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Hoher Keller

11. „Waldlandschaft am Wüstegarten“


Flächengröße: 234 ha

Die höchste Erhebung des Naturraumes im Süden des Naturparkes markiert der große, geschlossene Laubwald-
Komplex des namensgebenden Hohen Kellers. Block- und Klip-
penbildungen, krüppelige Buchenwälder, Zwergstrauchfluren und Sauerhumusrasen verleihen dem markanten Quarzitkamm in Gipfellage, dem „Wüstegarten“, sein eigentümliches Gepräge. Er steht in Verbindung zu einer in der Region einmaligen und relativ großflächigen Moorerscheinung. Bezeichnend für das Hangmoor ist das kleinräumige Mosaik von Torfmoosdecken mit eingelagerten Kleinseggenrasen, Zwergstrauchheiden, Waldbinsen-Sümpfen, Farnfluren und nassen Hochstaudenfluren. Erlenbrücher und Sumpfwälder lösen den offenen Moorkomplex ab. Vernetzt
sind die Mooreinsprengsel durch naturnahe Waldbäche, die von vielfältigen Feuchtwäldern begleitet werden.

Die Förderung von Naturnähe und Strukturreichtum der Wälder
mit Anreicherung von Alt- und Totholz durch Prozessschutz und naturschutzoptimierte Waldbewirtschaftung steht im Mittelpunkt
der Bestrebungen. Nadelgehölze sollen zu standortgerechten Laubmischwäldern umgewandelt werden. Blockhalden, Felsheiden und Moore, die hoch spezialisierten, wertgebenden Arten als Lebensraum dienen, werden, nachdem gebietsfremde Nadelgehölze entfernt sind, der natürlichen Entwicklung überlassen.

Feuersalamander Feuersalamander
Wollgras Wollgras

12. „Buchenwald Neugesäß“

Flächengröße: 131 ha

Das große, geschlossene und altholzreiche Buchenwaldgebiet erstreckt sich über einem relativ flachen Nordhang. Alle Waldentwicklungsphasen sind vertreten. Hervorzuheben ist der hohe Alt- und Totholzanteil. Den bewaldeten Hang durchziehen einige Bachrinnen mit eschenreichen Feuchtwäldern, die in quellnassen Mulden entspringen.

Ziel des Naturschutzgroßprojektes ist die Erhaltung eines naturnahen Buchenwald-Komplexes und die Entwicklung eines Koloniezentrums für die europaweit gefährdete Bechsteinfledermaus. Dazu soll eine naturschutzoptimierte Waldbewirtschaftung etabliert werden, bei der die wirtschaftliche Nutzung des Holzes mit den Lebensraumansprüchen der Tierwelt naturnaher Wälder vereinbar wird.

Wald Wald
Kleinspecht Kleinspecht

13. „Urfftal“

Flächengröße: 113 ha

Der Verlauf der naturnahen Urff ist gesäumt von Erlen-Eschenwäldern, ausgedehnten Pestwurzbeständen und Milz-
kraut-Quellfluren. Auffallend sind im Frühjahr die Märzen-
becher-Massenbestände. Am Südufer sind abschnittweise noch Beeinträchtigungen durch Fichtenbestände vorhanden. Eine Besonderheit stellen die kleinflächigen Kalktuff-Quellen mit Weißer Pestwurz sowie Orchideen-Buchenwald und Kalkfels-Klippen dar. Nach Norden schließt sich der markante Grat der „Wanderklippe“ mit ausgedehnten Blockhalden, offenen Quarzit-Klippen und kleinräumig wechselnden, sehr struktur- und totholzreichen Wäldern an. Am Löwenstein sind die im Bereich der Felsen vorkommenden moos- und flechtenreichen Mischwald-Bestände wertgebend.

Im Fokus des Naturschutzgroßprojektes stehen die Erhaltung und Entwicklung des naturnahen Mittelgebirgsbaches und seiner Aue mit stabilen Beständen typischer Arten als Nahrungsraum für Schwarzstorch und Eisvogel. Dazu sind Querverbauungen zu beseitigen und die natürliche Dynamik zu fördern. Fischteiche sind zu renaturieren und Feuchtwälder zu regenerieren. Am Orthberg mit Wanderklippe sind naturnahe Buchen- und Laubmischwälder
mit hohem Alt- und Totholzanteil über naturschutzoptimierte Waldbewirtschaftung und Prozessschutz zu erhalten. Nadelholzforsten sollen behutsam in Laubwaldgesellschaften umgewandelt werden.

Schwarzstorch Schwarzstorch
Bachufer Bachufer